Motivation / Geschichte
Der Verein rem (Radioaktivitäts-Erfassungsnetz Mühleberg)
wurde 1987 gegründet. Nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl
und nach einer Filterpanne im AKW Mühleberg, bei der Radioaktivität
freigesetzt wurde, fanden wir es an der Zeit, ein unabhängiges
Messnetz rund um das AKW Mühleberg aufzubauen. Dies umso mehr,
als dass die Bernische Kraftwerke-Energie AG (BKW) als Betreiberin und
die Hauptabteilung für die Sicherheit von Kernanlagen (HSK) des
Bundesamtes für Energie als Überwachungsbehörde es unterlassen
hatten, die Bevölkerung über den Zwischenfall mit der Filterpanne
zu informieren. Wir empfinden es als unsere Pflicht, bei erneuten Radioaktivitäts-Freisetzungen
die Öffentlichkeit umgehend in Kenntnis zu setzen.
Das AKW Mühleberg
Das Atomkraftwerk Mühleberg - ein flusswassergekühlter
Siedewasserreaktor - befindet sich rund 14 km westlich von Bern an der
Aare. Es ist vollständig im Besitz der BKW. Gebaut mit der Technologie
der Sechzigerjahre, ging es 1971 provisorisch in Betrieb. Schon im Sommer
1971 brach ein schwer wiegender Brand im Maschinenraum aus, so dass
der Reaktor erst gegen Ende 1972 definitiv den Betrieb aufnehmen konnte.
Seither waren zahlreiche Nachrüstungen erforderlich.
Am 16. Februar 1992 lehnte das Stimmvolk des Kantons Bern eine unbefristete
Betriebsbewilligung für das AKW Mühleberg ab. Da die Bewilligungskompetenz
aber beim Bund liegt und das Votum des Kantons nur konsultativen Charakter
hatte, wurde der Weiterbetrieb trotzdem gewährt.

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